Ort
und Herkunft
Dank seiner außergewöhnlichen Lage und der Wahl der
Verwendung findenden Kulturvarietäten zählt dieser
wunderbare Olivenhain sicherlich zu den schönsten Umbriens:
Unterhalb der jahrhundertealten Rocca Maggiore liegend, krönt
und kennzeichnet er die sich in ihm auflösende und mit
ihm harmonisierende Landschaft der Stadt Assisi.
Seit über fünf Generationen ist dabei dieser sich
durch biologischen Anbau auszeichnende Landwirtschaftsbetrieb
im Besitz des Colle del Paradiso.
Das alte Geschlecht der Brizi, von der unsere Familie abstammt,
ist venetischer Abstammung. Schon im Jahre 1366 war unser Urahn
Antonio Brizi zusammen mit den Mitgliedern anderer sieben Familien
im Rat von Venedig vertreten, wobei sich aber erst am Ende des
17. Jahrhunderts ein Zweig der Familie in Assisi niederließ.
Unsere Vorfahren waren alle Architekten und mit ihrem Werk trugen
sie nicht unwesentlich zum städtebaulichen Aspekt von Assisi
bei. In diesem Zusammenhang erinnern wir kurz an den Architekten
Giovanni Brizi. Nach erfolgter Ortsbestimmung und folgerichtigem
Auffinden der irdischen Hülle des Hl. Franz - zwei mögliche
Grabstätten standen damals zur Diskussion: die Portiuncola
(Todesort) oder die nach dem Tod des Begründers des Franziskanerordens
erbaute Kirche S. Francesco - plante und erbaute er den unter
der Doppelkirche liegenden unterirdischen Grabraum. Giuseppe
Brizi starb im Jahre 1840. Sein Sohn Alfonso war ebenfalls Architekt,
aber auch Archäologe, Botaniker und Humanist. Letzterer
entdeckte unterhalb dem heutigen Stadtgebiet die Überreste
der antiken Civitas Romana und brachte diese in dem heute noch
dem Publikum offen stehenden Archäologischen Museum ein.
Der Bau der städtischen Pinakothek, die Errichtung eines
für damalige Verhältnisse modernen und effizienten
Spitals sowie die Anlegung eines Parks im oberen Stadtteil (Pincio)
sind weitere, auf diesen unseren Vorfahren zurückzuführende
Werke. Alfonso Brizi war ebenfalls der erste botanische Verwalter
des "Colle del Paradiso". Den Anbau wertvoller, in
Jahrhunderten in den Klöstern zu Offizinal- und Produktionszwecken
selektierter Kulturvarietäten verdanken wir ebenfalls diesem
letzteren. Dem Olivenhain ist heute eine Rosensammlung hinzugefügt
worden. Selektiert wurde letztere von Anna und Adriana Brizi,
Tochter und Nichte des oben genannten Alfonso Brizi. Letztere
führt das Werk ihres Großvaters weiter, die in einem
"Spaziergang im Olivenhain" (geführte Besuche
kleiner Gruppen mit Kostproben typischer, aus dem Landwirtschaftsbetrieb
stammender Erzeugnisse) ihren Ausdruck erfährt. Der Olivenhain
mit seinen Terrassierungen und der Rebenanbau fanden ebenfalls
unter dem Stichwort "Assisi" im Enzyklopädischen
Werk "Treccani" ihren Eingang.